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Ich lebe - endlich

Mir ist in den letzten Tagen einiges klar geworden, aber heute war ein Schlüsseltag.
Zur Vorgeschichte: Mit meinem Freund läuft es nicht mehr gut. Wir sind seit über 5 Jahren zusammen, aber ich begehre ihn nicht mehr. Es tut mir weh, ich bin (war?) von Schuldgefühlen geplagt, keine Lust auf Sex zu haben ist die eine Sache, aber mein Problem ist, ich habe (anscheinend) keine Lust auf Sex mit ihm. Ich mag nicht mehr. Ich wünsche mir, dass er sagt, er hätte eine andere, doch den Gefallen wird er mir nciht tun, denn er liebt mich und käme nicht auf den Gedanken. Nicht, dass ich ihn nciht auch liebe, ich liebe ihn abgöttisch, aber mir ist eins klar geworden: So kann es nicht weiter gehen.

In 4,5 Wochen fahre ich nach Italien, ohne ihn, für 4 Wochen, da habe ich genug Zeit über ihn und uns nachzudenken, ich will nichts überstürzen, nicht nach so langer gemeinsamer Zeit.

Heute

Heute ist mir einiges klar geworden. Ich habe die ganzen Jahre nicht für mich gelebt, habe mich in den Hintergrund gestellt. Das wird sich ändern! Ich habe mich wiederentdeckt.
Habe festgestellt, dass ich doch noch richtig Lust habe. (Die wiederzufinden macht den Tag traumhaft schön...)
Habe zwar keine Lust auf meinen Freund, aber ich HABE Lust, und das ist gut.

Ich habe mein Leben immer gelebt, einen Fuß vor den anderen gesetzt und getan, was ich sollte. Ich habe nie auf die Bedürftnisse meines Körpers gehört, und mich sein Jahren gewundert, warum ich mich nicht hingeben kann, warum ich nicht richtig genießen kann. Jetzt ist es mir klar geworden. Ich kann es nicht in Worte fassen, aber mein Leben hat heute eine neue Lebensqualität bekommen.
Ich lebe mein Leben ab jetzt
Ich bin Glücklicher als noch heute morgen.
21.6.06 17:26


...zur Belustigung

Es gibt Menschen, die stellen sich blöd an... und es gibt Menschen wie mich!
Aus reiner Gefälligkeit habe ich einer Kommilitonin eine Flasche aufgemacht. Da weder Flaschenöffner noch Feuerzeug zur Hand waren, musste die Tischkante herhalten. Gesehen habe ich das schon oft, versucht auch schon aber es hatte bisher nie geklappt. Naja, probiert habe ich es trotzdem, nicht an den Erfolg glaubend. Doch, siehe da, der Deckel fliegt saber ab!
Der direkt folgende, stechende Schmerz in meiner Hand verriet mir, dass die Aktion trotz offener Flasche nicht geglückt ist.
Nein, ich hatte keine Scherbe in der Hand oder so, allerdings habe ich im Eifer des Gefechts nicht richtig getroffen und statt der angespannten Handkante den Muskel und den darunter liegenden Knochen erwischt.
Aber alles halb so schlimm, ich kann die Hand schonwieder bewegen, nur den kleinen Finger nicht in alle Richtungen.

Naja, wie war das noch gleich, kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort? Und wenn man sich so blöde anstellt, muss das wohl bestraft werden...

In diesem Sinne...ich kühle meine Hand noch ein bisschen (nur mit rechts zu schreiben hat auch was reizvolles^^)
22.6.06 19:19


Fortsetzung: ...zur Belustigung

War heute beim Arzt wegen der Hand. (Man nötigte mich dazu, sonst wäre ich nicht gegangen)
Die Knochenhaut ist geplatzt und ein fetter Bluterguss (innerlich, von außen kaum zu sehen) bretet sich da aus und drückt auf die Nerven, daher das gelegentlich Taubheitsgefühl und das Kribbeln etc.
Naja, der Doc sagte das muss ich aussitzen, könnte höchstens was entzündungshemmendes und abschwellendes nehmen falls ich noch was habe.
Dauert angeblich nur eine Woche (wie gut, dass es schon am Donnerstag passiert ist^^)
26.6.06 12:56


kann morgen nicht schon gestern sein?

Das frage ich mich. Seit Tagen schon.
Mein Freund kommt morgen. Zum Glück (?) mit seinem besten Freund. Dann bin ich wenigstens nicht mit ihm alleine. Ich weiss, das klingt total scheiße, fühle mich auch nicht besonders dabei, aber das werde ich noch eine Weile so weitermachen. Ihn zu sehen und ihm eine einigermaßen heile Welt vorzuspielen. Das brauche ich, um Abstand zu gewinnen. Bilde ich mir zumindest ein.
Ich zähle die Tage, bis ich in Italien bin. Fiebere dem entgegen, habe Fernweh!
Freue mich nicht aufs Wochenende, das bedeutet Zeit mit ihm zu verbringen. Alleine.
Er ahnt was.
Nachdem wir uns letztes Wochenende nicht gesehen haben und an dem Wochenende davor keinen Sex hatten und wir uns auch irgendwie fern waren da, ahnt er was. Da hatte ich mich zwar noch nicht mit dem Gedanken einer Trennung befasst, aber er ahnt was. Er fragt, ob ich ihn noch lieb habe. Er fragt, ob er denn überhaupt kommen soll. Was soll ich da antworten? Es tut weh, so oder so, aber ich denke, es wird ihm mehr weh tun, als mir. Ich befasse mich damit, versuche Abstand zu gewinnen, mich abzulenken. Versuche, ihn nicht anzurufen, warte darauf, dass er es tut.
Ist das richtig? Gibt es überhaupt ein Richtig oder Falsch in so einer Situation???
27.6.06 18:56


Ist es das?

Ist es das was ich wollte? Mein Verstand sagt Ja, mein Herz Nein. Hatte ein intensives Gespräch mit meinem Freund, der Auslöser eine Nichtigkeit, nicht erwähnenswert. Das Gespräch um so mehr.
Er hat schon länger gemerkt, dass es kriselt. Klar geworden ist es ihm letzte Woche, sagte er. Und rückblickend über die letzte Zeit kriselte es wohl schon länger.

Er war ganz lieb und verständnisvoll, er sagt dass er gemerkt habe, dass ich keine Lust mehr auf Sex mit ihm habe, . Das habe ich ihm nicht bestätigt, wollte ihn nicht verletzten. er sagte auch, dass ich ihn garnicht mehr liebevoll begrüße, dass ich ihm irgendwie aus dem weg gehe, stimmt das? ich weiss es nicht.
Genauso als er fragte ob ich noch was retten will von unserer Beziehung. Erst konnte ich garnicht antworten, dann beim zweiten Nachfragen nur ein leises Ja. Ich will ihn nicht verletzten. Ich glaube nicht dass es sinnvoll ist zu sagen, "es liegt an dir, dass ich keinen Bock auf Sex habe" Nein, ich will sein Selbstwertgefühl nicht zerstören.

Er ist der liebste Mann den man sich vorstellen kann. Aber das Leben, was er sich vorstellt ist einfach nicht das was ich will. Und dass ich ihn nicht mehr begehre ist sowieso eine Sache für sich. Es kommt so vieles zusammen. Ja ich liebe ihn noch, das ist auch nix, was man mal so eben abschalten kann. Aber Liebe alleine reicht einfach nicht für eine Beziehung. Klar, das ist die Basis, aber eine andere Basis ist, miteinander Sex zu haben und den auch zu wollen. Auch ist es wichtig, dass man die gleichen Ziele hat und vorallem sich nicht einbildet sie gleichen Ziele wie er zu haben, sondern dass man sie wirklich hat.
Ich habe mir lange Zeit eingebildet, dass ich die gleichen Ziele habe. Wollte Kinder, wollte ein Haus, wollte Tiere, wollte ein beschauliches Leben mit ihm. So haben wir uns das vorgestellt. Meine eigenen Pläne, die ich schon hatte, bevor wir zusammen kamen, hatte ich damit geschickt verdrängt und überdeckt. Doch so langsam kamen sie wieder raus, das reisen, das unabhängig sein. Tun wozu man Lust hat, ohne auf ihn Rücksicht nehmen zu müssen.

Vorallem, was mir eigentlich nicht viel ausgemacht hat, aber immer wieder aufs neue brent wie Salz in der Wunde wen jemand nachfragt: Zu sagen, dass es kein Problem oder sowas ist, dass er wesentlich älter ist als man selbst.
Nein, das Zusammenleben mit jemandem, der älter ist, ist kein Problem, da gab es auch keie Abstriche (er hatte noch keine Probleme mit seiner "standhaftigkeit" oder so) aber immer das nachfragen, das ungläubige gucken, das leichte angewiedert sein der anderen. die vorurteile "hat er denn wenigstens geld..." muss man aufs geld aus sein, wenn man mit jemandem zusammen ist, der 15 jahre älter ist? nein, er hat kein geld! oft dann noch ungläubigeres gucken. Ja, es ist Liebe. spätestens an der stelle halten einen viele für bescheuert, vielleicht bin ich das auch, aber ist das nicht jeder, der eine beziehung eingeht? Denn irgendwo ist doch immer ein haken, den die anderen finden, man kann es niemals allen recht machen.

Man muss seinen eigenen Weg gehen.
den werde ich jetzt beschreiten, mal sehen, wohin er mich führt...
28.6.06 23:58





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